2026 – Das Biojahr in der Westschweiz
bio.inspecta, FiBL und Bio Suisse feiern 10 Jahre gemeinsames Engagement.
Drei zentrale Akteure der Bio-Bewegung – das FiBL, Bio Suisse und bio.inspecta – feiern ein Jahrzehnt gemeinsamen Engagements in den Westschweizer Kantonen. Gemeinsam laden sie die Landwirtschaft, die Bürger, die Medien sowie sozioökonomische Akteure ein, die aussergewöhnliche Dynamik der biologischen Landwirtschaft zu entdecken.
Die biologische Landwirtschaft verzeichnet in der Schweiz seit zehn Jahren ein kontinuierliches Wachstum. Getragen wird diese Entwicklung von einem weltweit besonders hohen Biokonsum und einem Marktvolumen von über 4,1 Milliarden Franken im Jahr 2024. Bio-Produkte machen inzwischen mehr als 12 % des Detailhandels aus, und beinahe ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird biologisch bewirtschaftet. Über 7’200 Betriebe sind heute biozertifiziert.
Die Westschweiz mit mehr als 1’000 Bio-Betrieben spielt dabei eine Schlüsselrolle. Ausschlaggebend sind die Vielfalt der Produktionen, das starke Engagement für regionale Vermarktung und agroalimentäre Innovationen – insbesondere im Bereich pflanzlicher Proteine. Unterstützt wird diese Dynamik durch ein dichtes Netzwerk an Landwirtschaftsbetrieben und Forschungsprojekten sowie durch ein ausgeprägtes Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten für Nachhaltigkeitsthemen.
Das Jubiläumsjahr wird von zahlreichen Veranstaltungen in der ganzen Romandie begleitet. Entdecken Sie die einzelnen Stationen unserer Roadshow – weitere Programmpunkte werden laufend ergänzt.
Events
17. September 2026
Der BioDiVerger auf dem Domaine de Marcelin ist ein innovativer Versuchsgarten, in dem seit 2013 neue Ansätze für einen vielfältigen und nachhaltigen Obstbau erprobt werden. Agroforstwirtschaft und Permakultur werden miteinander kombiniert, um die Biodiversität zu fördern, den Einsatz von Betriebsmitteln zu reduzieren und widerstandsfähige Anbausysteme zu entwickeln. Am 17. September 2026 führt eine Etappe der Jubiläumsaktivitäten zum BioDiVerger in Morges.
Eine Konferenz, die Sie nicht verpassen sollten!
Zum Abschluss dieses Jubiläumsjahres findet am Donnerstag, 10. Dezember 2026, die Konferenz «Die Schweiz is(s)t bio» im Veranstaltungssaal in Renens (VD) statt. Die Veranstaltung richtet sich an Akteure des Bio-Sektors in der Schweiz, an politische und wirtschaftliche Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der gesamten Wertschöpfungskette sowie an interessierte Fachpersonen und weitere Interessierte. Die Referate ermöglichen unterschiedliche Perspektiven und einen vielseitigen Austausch.
Donnerstag, 10. Dezember 2026 im Veranstaltungssaal in Renens (VD)
Kosten: Eintritt CHF 90.– | Mittagessen CHF 40.– | Apéro offeriert
Alle Referate finden auf Französisch statt, ohne Übersetzung.
Anmeldungen: Bis zum 14.11.2026 hier
Roadshows
Datum folgt
Im Rahmen des Jubiläumsjahres «2026 – Das Biojahr in der Westschweiz» macht die Roadshow auch in Saignelégier Halt. Freuen Sie sich auf spannende Einblicke in die biologische Landwirtschaft und den Austausch mit Fachpersonen. Weitere Informationen zum Programm folgen.
Datum folgt
Die Jubiläums-Roadshow macht auch in Fribourg Station. Gemeinsam präsentieren bio.inspecta, Bio Suisse und das FiBL die Vielfalt und Innovationskraft der biologischen Landwirtschaft. Weitere Informationen zum Programm folgen.
Rückblick auf bisherige Jubiläumsaktivitäten
Ein Betrieb, der für die Herausforderungen von morgen gerüstet ist
Der Betrieb der Familie Challandes zeigt eindrücklich, wie Innovation und Vielfalt die Widerstandsfähigkeit eines Landwirtschaftsbetriebs stärken können. Der ehemalige Milchviehbetrieb hat sich mit der Umstellung auf Bio grundlegend neu ausgerichtet.
Heute umfasst die vielseitige Fruchtfolge unter anderem Brotgetreide, Quinoa, Raps, Linsen, Lupinen, Lein und Leindotter sowie Saatgutproduktion im Vertragsanbau. Ein Teil der Ernte wird mit einer eigenen Ölpresse direkt auf dem Betrieb verarbeitet. Die proteinreichen Presskuchen wiederum werden als Futter für die Mutterkuhherde genutzt. Diese Vielfalt bei Produktion und Absatz trägt wesentlich zur wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit des Betriebs bei.
Zum ausführlichen Rückblick: Feldbesuch in Fontaines (NE): Bio-Landwirtschaft setzt bei Hitze auf Resilienz (Französisch)
Domaine des Dailles: ein Freiluftlabor
Der Biolandwirt und Müller Olivier Studer entwickelt seit mehreren Jahren Ackerbausysteme, die an die besonderen Bedingungen des Zentralwallis angepasst sind. Dabei setzt er auf Diversifizierung, Verarbeitung auf dem eigenen Betrieb und lokale Wertschöpfung.
Als langjähriger Partner des FiBL stellt er seine Flächen für Versuche mit verschiedenen Ackerbohnensorten und Anbauverfahren zur Verfügung. Trotz Frühjahrsfrösten und anhaltender Trockenheit zeigen die ersten Versuche das Potenzial dieser Kultur – und gleichzeitig, wie wichtig die weitere Entwicklung der Wertschöpfungskette ist.
Zum ausführlichen Rückblick: Feldbesuch in St-Léonard (VS): Die Ackerbohne im Mittelpunkt des Walliser Biolandbaus (Französisch)
Les Petites Fraises: Vielfalt als Basis für einen robusten Betrieb
Auf fast 1'000 Metern Höhe entwickeln Valérie Piccand und Olivier Gerber seit mehr als 20 Jahren ein Landwirtschaftsmodell, das auf Diversifizierung, Eigenständigkeit und Widerstandsfähigkeit ausgerichtet ist.
Auf rund 30 Hektaren verbindet der Betrieb biologische Milchproduktion, Agroforstwirtschaft, Brotgetreide und Verarbeitung auf dem Hof. Im Zentrum steht die Frage, wie landwirtschaftliche Systeme besser mit klimatischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Veränderungen umgehen können. Dabei setzt das Betriebsleiterpaar auf einfache, eigenständige Systeme, lokale Wertschöpfung und eine möglichst geringe Abhängigkeit von externen Betriebsmitteln.
Zum ausführlichen Rückblick: Feldbesuch in Les Reussilles (BE): Robustheit, Agroforstwirtschaft und Diversifizierung (Französisch)
Domaine des Dryades: ein wegweisender agronomischer Ansatz im Einklang mit der Natur
André Bélard steht für eine neue Generation von Winzern, die ihre Anbaumethoden grundlegend weiterentwickeln. Der ausgebildete Önologe bewirtschaftet seit 2019 biologisch und gründete 2023 die Domaine des Dryades.
Sein agroökologischer Ansatz setzt auf lebendige Böden, Begrünung und organische Substanz, die Integration von Bäumen und vielfältigen Kulturen sowie die Stärkung der natürlichen Widerstandskraft der Pflanzen. Beobachtung und die Förderung natürlicher Gleichgewichte spielen dabei eine zentrale Rolle.
Zum ausführlichen Rückblick: Feldbesuch in Rivaz (VD): Biologischer Weinbau im Wandel (Französisch)
Die Brüder Läser: innovativ, vielfältig und engagiert
Thomas und Martial Läser präsentierten auf der Domaine de l'Abbaye ein Landwirtschaftsmodell, das auf Diversifizierung, Verarbeitung auf dem Hof und Direktverkauf basiert.
Mit unterschiedlichen Betriebszweigen und Absatzkanälen – von verarbeitetem Getreide und Ölen über Lebensmittel bis zur Tierhaltung – stärken sie die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit ihres Betriebs und reduzieren gleichzeitig die Abhängigkeit von Marktschwankungen.
Darüber hinaus arbeiten die Brüder Läser eng mit dem FiBL zusammen, um neue Anbaumethoden unter Praxisbedingungen zu testen und biologische Produktionssysteme weiterzuentwickeln. Beobachtung, praktische Versuche und der Wissensaustausch mit anderen Landwirtinnen und Landwirten stehen dabei im Mittelpunkt.
Zum ausführlichen Rückblick: Feldbesuch in Presinge (GE): Biologische Landwirtschaft zwischen Innovation und agronomischen Herausforderungen (Französisch)