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Jubiläums-Interview – 10 Jahre

«Wenn die Kontrolle in Ordnung ist, ist das eine Bestätigung.»

«Wenn die Kontrolle in Ordnung ist, ist das eine Bestätigung.»

Rolf Schweizer

Im Jahr 2026 feiern FiBL, Bio Suisse und bio.inspecta zehn Jahre gemeinsames Engagement. Dies ist Anlass für ein Gespräch mit dem Leiter der Westschweizer Sektion von bio.inspecta, Rolf Schweizer, einem aufmerksamen Beobachter der Bio-Branche. Der 64-jährige Meisterlandwirt bewirtschaftet mit seiner Familie einen Betrieb mit Schwerpunkt Ackerbau und Viehhaltung in Peyres-Possens (VD) und Les Giettes (VS).  

Wie und warum sind Sie zur Bio-Bewegung gekommen – zunächst als Produzent und später als Kontrolleur?

Schon als Mitglied von IP-Suisse interessierte ich mich für Produktionsmethoden, insbesondere für den Biolandbau. 2011 entschieden meine Frau und ich, auf Bio umzustellen. Später wurde ich von bio.inspecta kontaktiert, die eine regionale Leitung für die Westschweiz suchten. Ich hatte bereits Erfahrung auf Gemeindeebene und war als Inspektor bei der Eidgenössischen Alkoholverwaltung tätig. 2015 wurde ich angestellt und übernahm bald die Leitung der regionalen Sektion.  

Sie haben den Aufbau und die Entwicklung von bio.inspecta begleitet. Welche Meilensteine sind Ihnen besonders in Erinnerung? 

Zu Beginn kontrollierten wir rund 900 Betriebe, heute sind es etwa 1'300. Damals war bio.inspecta in der Westschweiz noch wenig präsent. Die Eröffnung eines eigenen Regionalbüros war ein wichtiger Schritt, um die Arbeit zu professionalisieren und die Zusammenarbeit zu stärken.  

Was hat Sie in der Entwicklung des Biolandbaus besonders beeindruckt? 

Um 2015 gab es einen deutlichen Anstieg der Umstellungen, vor allem durch steigende Nachfrage. Danach hat sich die Entwicklung etwas stabilisiert. Heute sehen wir vor allem langfristig engagierte Produzentinnen und Produzenten. Viele bleiben im Bio – Rückumstellungen gibt es zwar, diese hängen aber meist mit finanziellen Gründen zusammen.  

Welche Rolle spielt die Kontrolle für die Glaubwürdigkeit des Bio-Labels 

Die Kontrolle ist zentral für die Glaubwürdigkeit des Bio-Labels. Sie stellt sicher, dass die Regeln eingehalten werden. Sie kann zwar stressig sein, ist aber auch eine Chance für Austausch und Weiterentwicklung. Viele sehen sie als Qualitätskontrolle: Wenn alles stimmt, ist das eine Bestätigung für gute Arbeit.  

Was möchten Sie der nächsten Generation mitgeben? 

Wichtig ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Betriebe. Landwirte sind heute auch Unternehmer. Der Biolandbau verlangt viel Engagement, Verantwortung und Sorgfalt – ist aber auch eine grosse Quelle von Stolz. Es ist eine gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten, den Biolandbau weiterzuentwickeln und gleichzeitig seine Grundwerte zu bewahren.  

Interview geführt von Claire Berbain

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